
Kaum ein anderes Film-Genre ist derart ausgelutscht wie das Vampir-Genre. Ob nun nah am Original wie bei Francis Coppola oder etwas zu kitschig wie bei „Van Helsing“, das Thema fasziniert die Zuschauer. Nicht umsonst war einer der ersten erfolgreichen Filme überhaupt „Nosferatu“ mit dem legendären Max Schreck. Daher braucht es einiges, um die Zuschauer noch für das Thema zu begeistern. Gelingen tut es immer wieder, wenn auch bisweilen etwas fragwürdig á la „Twilight“. Aber seit kurzem gibt es eine TV-Serie, die das ganze Thema Vampire auf einen etwas mehr – sagen wir – erwachsene Art angeht: „True Blood“. Die Story spielt in einem verschlafenen Nest in Louisiana, Hauptcharakter ist die etwas schüchterne, aber dafür telepathisch begabte Kellnerin Sookie Stackhouse (Anna Paquin). Vor knapp zwei Jahre hatten die Vampire, die schon lange ein unerkanntes Leben direkt unter uns führen, ihr Coming-Out. Sie zeigten sich der Öffentlichkeit, und Menschen sowie Vampire mussten einen Weg finden, miteinander zu leben, ohne einander sprichwörtlich an die Gurgel zu gehen. Das geschah mehr schlecht als recht... Zwar sind die Vampire dank der Erfindung von dem synthetischen Tru Blood nicht mehr auf menschliches Blut als Hauptnahrungsquelle angewiesen, doch dennoch ist das Miteinander alles andere als einfach. Vampire haben eine große Anziehungskraft auf Menschen, mehr Anziehungskraft als für beide Seiten gut ist, denn das Blut der Vampire hat auf die Menschen eine berauschende Wirkung. Deswegen wird der Vampir Bill Compton (Stephen Moyer) vor dem Restaurant, in dem Sookie kellnert, von Menschen überfallen und kann nur in allerletzter Sekunde von ihr gerettet werden. Die beiden kommen sich etwas näher und brechen dabei ein weiteres Tabu: eine Beziehung zwischen einem Vampir und einem Menschen. Das kann natürlich nicht reibungslos vonstatten gehen... „True Blood“ ist ein erfrischend neuer Wind für ein Genre, das durch Geschichten wie „Twilight“ in Gefahr geriet, nur noch für Zuschauer unter 17 interessant zu sein. Es geht bisweilen nicht zimperlich zu – wie denn auch, schließlich geht es in der Geschichte unter anderem um das Trinken von Blut. Die beiden Hauptdarsteller bilden ein sehr gutes – und vor allem glaubwürdiges – Duo, dem man die Geschichte ohne weiteres abnimmt. Von der mittlerweile mehrfach ausgezeichneten Serie ist im vergangenen Jahr die zweite Staffel beendet worden, eine dritte befindet ich bereits in der Produktion und soll noch in diesem Jahr anlaufen. kr


