True Blood
05.03.2010 - 13:43

Filmche Gugge

Kaum ein anderes Film-Genre ist derart ausgelutscht wie das Vampir-Genre. Ob nun nah am Original wie bei Francis Coppola oder etwas zu kitschig wie bei „Van Helsing“, das Thema fasziniert die Zuschauer. Nicht umsonst war einer der ersten erfolgreichen Filme überhaupt „Nosferatu“ mit dem legendären Max Schreck. Daher braucht es einiges, um die Zuschauer noch für das Thema zu begeistern. Gelingen tut es immer wieder, wenn auch bisweilen etwas fragwürdig á la „Twilight“. Aber seit kurzem gibt es eine TV-Serie, die das ganze Thema Vampire auf einen etwas mehr – sagen wir – erwachsene Art angeht: „True Blood“. Die Story spielt in einem verschlafenen Nest in Louisiana, Hauptcharakter ist die etwas schüchterne, aber dafür telepathisch begabte Kellnerin Sookie Stackhouse (Anna Paquin). Vor knapp zwei Jahre hatten die Vampire, die schon lange ein unerkanntes Leben direkt unter uns führen, ihr Coming-Out. Sie zeigten sich der Öffentlichkeit, und Menschen sowie Vampire mussten einen Weg finden, miteinander zu leben, ohne einander sprichwörtlich an die Gurgel zu gehen. Das geschah mehr schlecht als recht... Zwar sind die Vampire dank der Erfindung von dem synthetischen Tru Blood nicht mehr auf menschliches Blut als Hauptnahrungsquelle angewiesen, doch dennoch ist das Miteinander alles andere als einfach. Vampire haben eine große Anziehungskraft auf Menschen, mehr Anziehungskraft als für beide Seiten gut ist, denn das Blut der Vampire hat auf die Menschen eine berauschende Wirkung. Deswegen wird der Vampir Bill Compton (Stephen Moyer) vor dem Restaurant, in dem Sookie kellnert, von Menschen überfallen und kann nur in allerletzter Sekunde von ihr gerettet werden. Die beiden kommen sich etwas näher und brechen dabei ein weiteres Tabu: eine Beziehung zwischen einem Vampir und einem Menschen. Das kann natürlich nicht reibungslos vonstatten gehen... „True Blood“ ist ein erfrischend neuer Wind für ein Genre, das durch Geschichten wie „Twilight“ in Gefahr geriet, nur noch für Zuschauer unter 17 interessant zu sein. Es geht bisweilen nicht zimperlich zu – wie denn auch, schließlich geht es in der Geschichte unter anderem um das Trinken von Blut. Die beiden Hauptdarsteller bilden ein sehr gutes – und vor allem glaubwürdiges – Duo, dem man die Geschichte ohne weiteres abnimmt. Von der mittlerweile mehrfach ausgezeichneten Serie ist im vergangenen Jahr die zweite Staffel beendet worden, eine dritte befindet ich bereits in der Produktion und soll noch in diesem Jahr anlaufen. kr

Twin Peaks
19.02.2010 - 10:35

Filmche Gugge

Twin Peaks
Wer hat Laura Palmer getötet? Diese Frage beschäftigte Anfang der 90er Jahre das Fernsehpublikum rund um die Welt. Denn genau darum ging es in der TV-Serie Twin Peaks, erdacht und umgesetzt von David Lynch und Mark Frost. Die Schülerin Laura Palmer, die mit ihrer Familie in der Serie den Namen gebenden Ortschaft wohnt, wird ermordet aufgefunden. Die lokale Polizei tappt im Dunkeln und daher wird das FBI in Person von Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) hinzugezogen. Der ist ein etwas skurriler Charakter, mit einem besonders ausgeprägten Faible für schwarzen Kaffee und guten Obstkuchen. Cooper nimmt die Ermittlungen auf und schnell wird klar, dass sich hinter der etwas einfachen und ländlichen Fassade von Twin Peaks mehr verbirgt, als man sich vorstellen kann. Damit nimmt ein Psycho-Thriller seinen Lauf, den es in dieser Form im Fernsehen noch nicht gegeben hatte und auch seit dem nicht mehr. Die letztliche Auflösung der Frage nach dem Mörder gehört bis heute wohl zu einem der schockierendsten TV-Augenblicke der letzten 20 Jahre. Twin Peaks ist nichts geringeres als ein Meilenstein der TV-Serien-Geschichte und fesselte die Zuschauer während der beiden Staffeln an die Bildschirme. Neben der Hauptgeschichte um den Mord an Laura Palmer entwickeln sich zahlreiche Nebenstories, die aber alle in der einen oder anderen Weise mit der Suche nach dem Mörder verbunden sind. Es ist vor allem die Umsetzung der Geschichte, die Twin Peaks zu etwas besonderen macht. Das Setting, die Musik und nicht zuletzt die Charaktere sind absolut einzigartig. Twin Peaks ebnete den Weg für andere Mystery-Serien wie Akte X (David Duchovny a.k.a. Fox Moulder hat im Übrigen einen kurzen Auftritt als geschlechtsumgewandelter Kollege von Cooper) und Konsorten, jedoch bleibt die Atmosphäre und die Geschichte von Twin Peaks unerreicht und auch heute hat die Serie nichts von ihrer Magie verloren. Unbedingt anschauen!

kr

Sherlock Holmes
10.02.2010 - 10:18

Filmche gugge

Wer war der erste Superheld? Superman? Batman? Spiderman? Falsch! Der erste war Sherlock Holmes! Jeder kennt die Geschichte des weltberühmten Detektivs und seinem Partner Dr. John Watson aus der Baker Street 221b, erdacht von dem Autor Arthur Conan Doyle. Doch die neuste filmische Interpretation durch Guy Ritchie wirft neues Licht auf die bekannten Charaktere, verpackt in einer sehr spannenden Geschichte. Das Besondere? Sherlock Holmes ist nicht der brillante Alleskönner und Watson der Holmes’ zujubelnde Anhang. Holmes (Robert Downey Jr.) ist auch bei Ritchie ein Genie, allerdings ein sehr chaotisches Genie, der auf seinen Partner Dr. Watson (Jude Law) angewiesen ist, da dieser ihn immer wieder auf den Boden holt, sollte Holmes einmal abdriften. Natürlich müssen die beiden in der Geschichte einen Fall lösen, der anfangs vollkommen unlösbar erscheint. Aber mit der Hilfe von Holmes einziger – und vor allem ehemaligen sowie kriminellen – großen Liebe Irene Adler (Rache McAdams) kommen die beiden dem mysteriösen Lord Blackwood (Mark Strong) auf die Schliche. Robert Downey Jr. und Jude Law geben ein sich wunderbar ergänzendes Leinwand-Duo ab, vielleicht das beste seit Mel Gibson und Danny Glover in der Lethal Weapon-Reihe. Holmes ist nicht der smarte Gentlemen, den man sich oft vorstellt, sondern ein unordentliches Genie, mit einem Hang zur Selbstzerstörung und Vernachlässigung der körperlichen Hygiene, der aber Dank seines Partners und Freundes Dr. Watson stets in die richtigen Bahnen gelenkt wird oder besser: gelenkt werden muss – ob das Letzterem nun gefällt oder nicht. Alles in allem sehr kurzweilige knappe zwei Stunden, die das Geld wert sind und vor allem die Frage aufwerfen: Wie schnell kommt der nächste Teil?

kr

Zombieland
05.02.2010 - 11:13

Filmche Gugge

Zombies? Check! Woody Harrelson? Check! Eine ordentliche Portion Humor? Check! Diese drei Zutaten ergeben einen sehr kurzweiligen Film, der vor allem eines schafft: sich selber nicht zu ernst nehmen. In den USA regieren die Zombies! Jedoch hält sich Zombieland nicht lange mit der Frage auf, woher sie denn eigentlich kommen – genau genommen wird sie nicht gestellt – sondern es geht eher um das (Über)leben der letzten Menschen. Erzählt wird die Geschichte von einem Jungen, genannt Columbus (Jesse Eisenberg), der vor der Epidemie vor allem eines war: Ein Loser. Von Mädchen unbeachtet gab er sich allen möglichen nerdigen Hobbies hin, bis die Zombies kamen. Überlebt hat er nur, weil er sich immer an selbstaufgestellte und relativ logische Regeln hält. Irgendwann trifft er auf Tallahassee (Woody Harrelson), und die beiden Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten, tun sich zusammen auf ihrer Reise durch die USA, auf der Suche nach einem sicheren Ort. Unterwegs stoßen sie auf zwei Schwestern, und das Unheil nimmt seinen Lauf... Zombieland ist einer der spaßigsten Filme seit langem, denn von den Dialogen bis hin zu den Effekten, alles kommt mit einem Augenzwinkern daher und sorgt für ordentliche Lacher. Das Highlight ist wohl der Gastauftritt von Bill Murray, der sich selbst spielt. Doch hier soll nicht zuviel verraten werden, denn Zombieland ist einen Kinobesuch absolut wert!

kr