Die Rose
20.07.2010 - 17:32

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Blume des Monats: Rose

Sie ist die namensgebende Gattung der Rosengewächse (Rosaceae), gärtnerisch wird zwischen Kultur- und Wildrosen unterschieden. Es gibt über 100 Arten und zahllose, in den schönsten Farben blühende Gartenrosen. Ihre typischen Merkmale sind Dornen, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter an Sträuchern mit meist auffälligen, fünfblättrigen Blüten. Die Rosen sind alt, wie alt mag die Liebe der Menschen zu den Rosen sein? Sie faszinieren durch ihren optischen Reiz, die Vielfalt der Formen und den anziehenden Geruch, aber auch ihr kulturelles Erbe ist reich: seit der griechischen Antike wird die Rose „Königin der Blume“ genannt. Nach heidnischer Auffassung war die Heckenrose der Liebling der germanischen Göttin Freya und besaß deren mütterlich schützende Macht. Im Christentum wird die Rose Maria zugeschrieben und symbolisiert Reinheit und Anmut. Wie keine zweite Blume steht die Rose für Liebe und wer sie verschenkt, kann damit eine Botschaft verbinden:  Eine einzelne rote Rose genügt als einfache Liebeserklärung, in rosa steht sie für zarte Gefühle, in weiß deutet sie auf eine Liebe hin, die nicht ausgesprochen werden kann, gelbe Rosen können Misstrauen oder Eifersucht bedeuten. Immer ist die Rose ein Symbol für Schönheit, die Rosenknospe signalisiert Hoffnung. Im Mittelalter schrieb der persische Dichter Rumi: „Ein neues Leben wird den Geist beschwingen, wenn er sich labt am süßen Duft der Rosen.“ Die Rose inspiriert, was sich auch an ihren fantasievollen Namen zeigt: Maiden’s blush, Ballerina, Escapade, Scharlachglut, The Fairy, Golden Wings.

 

Die Sonnenblume
10.06.2010 - 12:23

 

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Natürlich die Sonnenblume, welche denn sonst? Endlich wird´s draussen warm und man freut sich, den kühlen Monaten entkommen zu sein. Und das nicht nur in Deutschland:
In vielen Sprachen taucht im Namen der Sonnenblume das Wort Sonne auf: auf englisch heißt sie sunflower, auf niederländisch zonnebloem, auf russisch Подсолнечник (Podsolnetschnik, dtsch.: »unter der Sonne«), auf französisch tournesol, auf spanisch und portugiesisch girasol, auf italienisch girasole, auf rumänisch floarea soarelui, auf ungarisch napraforgó, auf finnisch auringonkukka und auf serbokroatisch suncokret. Girasol(e), tournesol, napraforgó und suncokret bedeuten soviel wie »die sich nach/zu der Sonne dreht«.
Diese Eigenart der Pflanze, sich immer dem Sonnenlicht zuzuwenden, nennt man Heliotropismus. An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne auf ihrer Reise entlang des Himmels von Ost nach West, während sie nachts oder in der Morgendämmerung auf ihre nach Osten gerichtete Position zurückkehrt.
Ab dem 17. Jahrhundert verwendete man die Kerne für Backwaren oder geröstet als Ersatz für Kaffee und Trinkschokolade. Erst seit dem 19. Jahrhundert wird die Sonnenblume auch als Ölpflanze genutzt.

Maikraut
26.04.2010 - 08:56

Blume des Monats

Der Waldmeister (Galium odoratum) ist eine Pflanze aus der Gattung der Labkräuter (Galium) mit quirlig stehenden, schmalen Blättern. Waldmeister kommt in gemäßigten und kühlen Zonen von Nord- und Mitteleuropa sowie in West-Sibirien vor. Er wächst am häufigsten in Buchenwäldern. Im Volksmund wird der Waldmeister auch Maiblume oder Maikraut genannt, denn er blüht ab Mitte April bis Anfang Mai. Seine feinen, weißen Blüten sind sternförmig und klein, sie verströmen einen zarten, eigentümlichen Duft. Getrocknet wird Waldmeister als Mottenmittel, als Volksarzneipflanze und in der Homöopathie eingesetzt, denn er wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend. Er enthält Kumarin, das leicht beschwingt und in geringer Dosierung bei Kopfschmerzen und Migräne hilft. In höherer Dosierung kann es aber das Gegenteil verursachen: Kopfschmerzen. Waldmeister-Blüten werden ungetrocknet in der Waldmeisterbowle, auch Maibowle genannt, verarbeitet. Auch Berliner Weiße wird gerne mit Waldmeistersirup verfeinert. Der heute weit verbreitete Genuss des Biers als Mischgetränk war lange Zeit unüblich. Es wurde allenfalls zusammen mit Kümmelschnaps oder Korn als „Weiße mit Strippe“ getrunken. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts soll ein Berliner Brauer dem Bier Kräuter beigegeben haben, vornehmlich Waldmeister. Später setzte sich die Zugabe von Himbeer- oder Waldmeister-Sirup durch. ub

Calla
29.03.2010 - 11:23

Blume des Monats

Die Calla wächst an Teichrändern und in Waldsümpfen Mittel- und Nordeuropas, Sibiriens und Nordamerikas. Sie gehört zur Gattung der Aronstabgewächse mit der einzigen Art Calla palustris. Der botanische Name setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort kallos = schön und aus dem lateinischen Wort paluster = sumpfig. Im Deutschen klingt das weniger elegant: Sumpfkalla, Schlangenwurz, Schlangenkraut, Sumpf-Schlangenwurz oder auch Schweinsohr. Die Blüte hat rundlich herzförmige spitze Blätter, der Blütenstand besteht aus einem etwa 2 Zentimeter langen, gelben Kolben (Spadix), der von einem einzelnen weißen Hochblatt (Spatha) umgeben ist. Die Blüten sind stark reduziert; es sind keine Kelch- und Kronblätter vorhanden. Staubblätter sind sechs vorhanden. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juni. Die roten Beeren sind giftig. Die Calla hat einen kulturellen Wandel hinter sich: in den 50er und 60er Jahren galt sie wie sehr viele weißen Blumen als reine Friedhofsblume. Mein Gärtner berichtete, dass seine weibliche Verwandtschaft sauer reagierte, wenn sie Callas geschenkt bekam. Mit ihr wurde immer der Tod assoziiert. In den 80er Jahren wandelte sich das Image und heute sieht man sie nicht selten in Hochzeitsbuketts oder in Edelgestecken zur Dekoration. ub

Tulpe
15.03.2010 - 18:36

Blume des Monats

Mit über 100 Arten bilden die Tulpen (Tulipa) eine Pflanzengattung aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae), sie sind also verwandt mit der Lilie. Beheimatet ist die Tulpe nicht etwa in Holland, nein: sie stammt aus Vorder- und Zentralasien, Südeuropa und Nordafrika. Es sind Zwiebelpflanzen mit meist einblütigen Stängeln, großen, aufrechten Blüten von glockig bis trichterförmig. Als Garten-Tulpe werden zahlreiche in Gärten kultivierte Tulpen-Sorten bezeichnet, deren genaue Abstammung und Herkunft nicht geklärt ist. Sie ist ein mehrjähriger Frühlingsblüher. Kulturhistorisch war die Gartentulpe in der osmanischen Kunst ein beliebtes Dekorationsmittel, sie zierte Kacheln und Miniaturen. Anfang des 18. Jahrhunderts war sie in der Türkei als Gartenpflanze sehr beliebt. Von einem niederländischen Diplomaten soll sie vermutlich 1554 mit nach Europa gebracht worden sein. Zunächst entwickelte sich in den Niederlanden die Tulpenzucht, in Deutschland wurde sie ca. 100 Jahre später von niederländischen Emigranten eingeführt. Der Palmengarten wirbt aktuell für seine Frühlings-Ausstellung mit einer sehr aparten Tulpe, der Papageien-Tulpe. Mit mehreren tausend Einzelblüten in über vierzig Sorten und allen Farben führt die Tulpe die Liste der Ausstellungspflanzen an.

ub

Die Lilie
10.02.2010 - 11:09

Blume

 

Die Lilie – lat. Lilium - bildet eine Gattung der Liliengewächse mit rund 120 Arten. Hauptverbreitungsgebiete sind China und Nordamerika, wenige Arten finden sich auch in Europa. Es sind Zwiebelpflanzen mit einfachen Stängeln und trichterförmigen bis fast glockigen Blüten. Lilien werden aufgrund ihres auffälligen Erscheinungsbildes in vielen Kulturen geschätzt. Einige Arten zählen zu den ältesten Zierpflanzen überhaupt. Mit ihren edlen Blüten wirken sie erhaben, der intensive, manchmal stechende Geruch kann unangenehm sein. Die Lilie symbolisiert Eleganz und Distanz zugleich. Ihr Aussehen zieht an, doch kommt man ihr zu nahe, kann der hartnäckige Blütenstaub die Garderobe ruinieren.  Die Weiße Lilie wird in den ältesten Schriften der Perser und Asyrer sowie im Alten Testament erwähnt. Bei den Griechen war sie der Hera, bei den Römern der Juno geweiht. In der frühchristlichen Zeit symbolisierte sie Christus, das Licht der Welt. Das Frankfurter Paradiesgärtlein – ein Gemälde, das um 1410 entstand und im Frankfurter Städel hängt – zeigt die Lilie als bevorzugte Marienpflanze.
Eines der wichtigsten Wappenbilder in der Heraldik ist die Lilie, stark stilisiert dargestellt.

Logo

So fand sie sich im Wappen der Könige von Frankreich: goldene Blüten auf blauem Grund. In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden gehören die drei goldenen Lilien zum Logo der Stadt. Das King Kamehameha verwendet die Lilie in der Kommunikation seit 1999.

ub