Die Boys & Ein Girl

Dass die beiden Brüder namens DIE BOYS, so sie nicht mit DEICHKIND die Bühnen der Republik verwüsten, mit lupenreinem HipHop und New School Sound die Dancefloors in und um Hamburg zum Beben bringen (u.a. auf dem Dockville 2010), weiß in Hamburg mittlerweile jeder. Die Boys haben von Djing, Raps schreiben, Beats bauen sowie der Zusammenstellung einer eigenen Rap Crew namens Young, Fresh and New so ziemlich jede Ecke des urbanen Hip Hop gelebt, die man nur leben kann. Und leben heißt hier, dass keinerlei Trennung von Kunst und "realem" Leben stattfindet. Die Boys sind die Boys, und das rund um die Uhr. Nach opulentem Tourneeplan als Deichkinder gilt es nun, das eigene Ding mit dem eigenen New School Hip Hop Sound über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannter zu machen. Wäre ja noch schöner. Die Welt im Herzen und im Blick und dann nur Remmidemmi vor der Haustür. So haben wir nicht gewettet. Deshalb wird nun getourt - und das schockt am meisten, wenn man Seelenverwandte mitnehmen kann. In diesem Fall ein Girl. Und was für eins: Maral Salmassi ist selbstverständlich längst keine Unbekannte mehr und teilt auf erstaunliche Weise den Werdegang der Boys, weshalb diese Kollaboration einer göttlichen Fügung gleicht. Soweit Gott schonmal was von Erik B & Rakim, Snoop Dog und so gehört hat. Und selbstredend ist Maral Salmassi hier auch nicht nur Special guest oder sowas. Im Gegenteil: Es braucht quasi zwei Boys, um ihrer Größe gerecht zu werden, denn die Dame spielt in ihrer eigenen Liga: Von vornherein hat sie es vermieden, irgendwelche Schubladen zu bedienen oder an irgendwelchen Schulen anzuknüpfen. MARAL SALMASSI denkt global, so, wie sich das gehört: Ob in ihren Anfangstagen als Djane, ob als Labelgründerin (Konsequent, Art Of Perception, Television Records), MC, Sängerin und Produzentin - stets ist ihr Blick weit über den Genre Tellerrand gerichtet. Ob straighter Tool- oder funky verspielter Glamour-Techno, stets gehts interdisziplinär zu: da werden Brücken geschlagen zu New Yorker Wave Disko und französischen Cut-Up-Hop als sich an Deutschen Post-Minimal-Stylecodes zu orientieren. Zudem hat sie bereits mit Größen wie Ascii. Disko (netter Querverweis: der Gute hat die Alben von Tigerbeat, der Band eines anderen Boys-Bruders, produziert), Zombie Nation, Fukkk Offf und Zero Cash aka Fabian Stall zusammengearbeitet. Zusammen wird das also eine spannende Sause, die nur ein Ziel kennt: Sucht nicht nach Labels, die ihr der Musik anhängen könnt, haltet einfach mal die Klappe, hört zu und tanzt. Zumindest EINMAL. Ihr werdet es nicht bereuen. Versprochen.

 

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